"Yoga ist meine Survival-Strategie"


Zweifach-Mama Kathrin Mechkat (MOMazing) beim Praktizieren.
Zweifach-Mama Kathrin Mechkat (MOMazing) beim Praktizieren.

Hi Kathrin, schön dass Du Dir Zeit genommen hast, uns davon zu erzählen, wie entspannend und wichtig Yoga im Alltag sein kann. Vor allem für Mamas.

Du selbst bist Lehrerin für Prä- und Postnatal-Yoga. Warum findest Du Yoga für Mamas wichtig?

 

Weil ich durch meine zwei Schwangerschaften und Geburten und meinen Alltag mit zwei Kleinkindern weiß, wie herausfordernd das Familienleben ist.

Yoga hilft mir, in Balance zu bleiben und die Verbindung zu mir selbst nicht zu verlieren. Wenn ich meine Yogamatte ausrolle, tief ein- und ausatme und mit meinen Übungen beginne, fühle ich mich wie auf einer kleinen Insel, auf der ich Energie und Kraft tanken kann.

 

Yoga ist für mich eine Art Survival-Strategie, die ich gerne an Mamas weitergebe, damit sie aufrecht, achtsam, wach und fokussiert durchs Leben gehen können. Als Mütter haben wir oft die Tendenz, uns bei allem Kümmern und Sorgen selbst aus den Augen zu verlieren. Yoga erinnert mich ganz wunderbar daran, jeden Tag etwas für Körper, Geist und Seele zu tun - und meinen Kindern so auch ein gutes Vorbild zu sein. 

 

Seit wann praktizierst Du selbst?

 

Seit über zwölf Jahren. Ich habe damals ein Volontariat in einem großen Verlag in Hamburg gemacht und nach einem Ausgleich zu der Achterbahnfahrt gesucht, die das Nachwuchs-Reporter-Leben mit sich bringt. Es war quasi Liebe auf den ersten Sonnengruß. 

 

Das Gefühl, Ruhe und Frieden in sich selbst zu finden, kannte ich so vorher nicht. Ich habe nicht nur gelernt, im Kopfstand zu stehen – Yoga hat mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt! Ich habe viele, viele Bücher zum Thema gelesen, Kurse und Workshops belegt, eine Reise in ein Ashram in Süd-Indien gemacht und später dann sogar eine Ausbildung zur Yogalehrerin. Verblüffend, was aus einem harmlosen "Om" alles werden kann. (lacht)

 

Wie wirkt sich Yoga auf Körper, Geist und Seele aus?

 

Yoga bedeutet Einheit und bringt Körper, Geist und Seele in Harmonie. Es hilft dabei, in die eigene Kraft zu kommen. Physisch und mental. Die Kombination aus Körperhaltungen, Atemübungen und Meditation sorgt für Gesundheit, gute Laune und generell ein zufriedenes Leben. 

Wer Yoga ausprobiert hat, weiß: Man bereut es niemals, in eine Yogastunden zu gehen, denn danach fühlt man sich immer-immer-immer besser! Yoga wirkt, so viel ist sicher.

 

Du hast selbst zwei Kinder, bist Journalistin und Yogalehrerin: Wie bringt Yoga Entspannung in Deinen Alltag als Mama von zwei Kleinkindern? Und wie integrierst Du deine eigene Yoga-Praxis in deinen Tag?

 

Ohne Yoga wäre ich wahrscheinlich schon im Chaos zwischen Bauklötzen, Schreibtisch und Wäschebergen wahnsinnig geworden (lacht).

Ich schaffe mir kleine Inseln und übe wann immer es passt. Ich bin da mittlerweile sehr flexibel. Auf dem Spielteppich, Spielplatz oder beim Sandmännchen: Als Yogamama muss man kreativ sein! Manchmal reichen schon ein paar bewusste Atemzüge. 

 

Ich übe aber auch sehr gerne Online-Yoga und hole mir so das Studio ins Wohnzimmer, das spart den Babysitter – und ich versuche mir regelmäßig Zeit für Workshops freizuschaufeln. Davon profitiert am Ende die ganze Familie.

 

Hast Du denn eine Art Routine für den Morgen? Meditation, Übungen?

 

Das wechselt immer wieder. Generell finde ich einen ruhigen Start in den Tag prima. Yoga am Morgen ändert bei mir alles und lässt mich mit einem Lächeln und viel Energie in den Tag starten.

 

Ich stelle mir dafür den Wecker auf fünf Uhr. Das klingt für viele erstmal abschreckend, aber die Stille der Morgenstunden ist es mir wert. Zur Zeit beginne ich meinen Morgen bei Kerzenschein mit einer Meditation, lese ein paar Seiten in einem schönen Buch und übe eine kleine Yoga-Sequenz auf der Matte. So, wie es sich für mich gerade gut und stimmig anfühlt. Ich mache mir da keinen Druck.

 

Als meine Babys noch richtige Babys waren, habe ich mein Morgenritual auf den Vormittag oder Mittag geschoben und zum Beispiel beim Stillen oder Spaziergehen meditiert oder eine Atemübungen gemacht. Mein Lieblingsmantra ist „Aham Prema“, das ist Sanskrit und bedeutet „Ich bin Liebe“. Es ist gerade in anstrengenden Situationen immer eine gute Erinnerung für mich, worum es eigentlich im Leben geht.

 

Fünf Uhr klingt wirklich erschreckend. Vor allem wenn der Schlaf Nachts noch unterbrochen wird. Üben Deine Kinder auch schon mit?

 

Üben würde ich das nicht nennen. Sie imitieren, weil sie es von kleinauf kennen. Sie haben beide kleine Yogamatten, die sie gerne ausrollen, sobald sie sehen, dass ich eine Yoga-Einheit einlege. Sie lehren mich, im Hier und Jetzt zu sein und mich selbst nicht so ernst zu nehmen. Das ist wiederum eine sehr gute Übung für mich!

 

Mehr zu Kathrin Mechkat erfahrt ihr unter MOMazing.


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