Mein Weg in den Slow-Mode. Ein Gastbeitrag von Steffi. 


Vor den Kindern war mein Leben wie eines von vielen: Schule, Abi, nicht so richtig wissen, was ich danach machen soll. Dann, die Entscheidung für das BWL-Studium und der erste Job im damals so gehypten Online-Marketing-Bereich.

 

Alles war neu, schnell, innovativ, personalisiert und individualisiert – digital eben. Das Arbeitsumfeld war hektisch, time ist schließlich money. Kampagnen waren just in time messbar und damit völlig transparent und ständig optimierbar. Die Schlagzahl an Meetings, Präsentationen, Abstimmungen von Kampagnenplänen, Freigaben etc. trieb mich nur so durch die Wochen. Luft holen, Durchatmen war nur an den Wochenenden möglich.

Zwar kam hin und wieder innerlich die Frage auf, ob das wirklich ewig so weiter gehen soll, doch zum Nachdenken und auf die Suche nach einer Antwort gehen, bin ich gar nicht erst gekommen.

 

Der Cut kam dann nach sieben Jahren mit der Geburt meines ersten Kindes. Meine bisherige Welt hörte von einem auf den anderen Tag auf, sich wie ein Kreisel zu drehen und stand still. Alles musste sich neu sortieren. Meine Überzeugungen und Ansichten. Meine Wünsche an mich, an den Beruf und an mein Umfeld. Nichts war mehr messbar, vorhersehbar oder optimierbar.

 

Stattdessen musste ich lernen, mit vielen, völlig unvorhergesehenen Ereignissen zurecht zu kommen. Ich musste lernen, dass das Wort Planung mit Kindern eine völlig andere Bedeutung hat. Dass Krankheiten einfach über Nacht kommen und Meetings im Büro irgendwie verschoben werden müssen. Dass „mal eben schnell zum Bäcker gehen“ mit Kindern auch mal eben eine ganze Stunde dauern kann. Und dass es in solchen Situationen viel leichter ist, mit dem Flow zu gehen, anstatt wie verrückt dagegen anzuschwimmen.

 

Doch mit all diesen Erlebnissen und Situationen habe ich auch so viele Dinge wieder entdeckt, die ich in den Jahren zuvor irgendwie aus den Augen verloren habe. Zum Beispiel wie schön es sein kann, Wolken dabei zuzusehen, wie sie am Himmel entlang ziehen und ständig ihre Form verändern, wenn ich mit dem Großen in der Hängematte liege.

Oder wie viele spannende Dinge ich entdecke, wenn ich die Kinder erzählen lasse, was auf dem gemeinsamen Weg vom Kindergarten nach Hause aus ihrer Sicht alles sehenswert ist.

 

Ich habe auch gelernt, wieder mehr auf mich und meine Bedürfnisse zu hören. Denn die Kombination „Kinder und Beruf“ ist an vielen Stellen so fordernd, dass es Oasen der Ruhe und des Rückzugs braucht, um wieder Aufzutanken und zu Kräften zu kommen.

Bei mir waren diese Oasen Yoga und Meditation. Beides praktiziere ich mittlerweile regelmäßig und versuche, es so gut es geht in den Alltag mit Kids, Haushalt und Job zu integrieren, weil ich weiß, wie gut es mir tut. Doch auch als Familie haben wir über die Jahre einiges umgestellt, um mehr Zeit und Ruhe für uns und weniger Hektik in unserem Alltag zu haben.

 

All diese persönlich gemachten Erfahrungen wollte ich schon seit längerem veröffentlichen, um anderen Frauen, Männern, Müttern, Vätern und Berufstätigen Gedankenanstöße zu geben. Nicht, damit sie die Dinge genauso machen wie ich, sondern damit sie die Interviews, Artikel und Beiträge als Inspiration nehmen, um ins Nachdenken zu kommen und sich zu überlegen, ob es im eigenen Leben vielleicht auch etwas weniger Hektik und mehr „slow lifestyle“ braucht.

 

Anfang dieses Jahres war es dann endlich soweit, yourSlifestyle (www.yourslifestyle.de) ist online gegangen. Seitdem ist es mein kleines, feines Hobby, das mir bisher schon unglaublich viel Freude und neue, inspirierende Menschen in mein Leben gebracht hat.   


Kommentare: 0