Blick in die Wundertüte

Das Spannende am Elternwerden ist doch, dass man gar nicht so auf dem Schirm hat, worauf man sich da eigentlich einlässt. Was wird das für ein Kind sein, dass da eines Tages in unseren Armen strampelt? Entpuppen wir uns als Eltern eher als konservativ, locker oder sind wir einfach nur peinlich? Reagieren wir in bestimmten Situationen ängstlich, humorvoll oder gar nicht? 

 

Ich gebe zu: Unsere Vorstellung vom Elternsein war eine durch und durch romantische. So hatte ich in meiner ersten Schwangerschaft Zukunftsbilder im Kopf, die einen perfekten Familienalltag zeigten, in dem alle zufrieden und glücklich miteinander auskamen. Ich verschwendete nicht einen einzigen Gedanken an die Geburt und deren Strapazen oder daran, dass die ersten Monate mit Neugeborenen aufgrund der schlaflosen Nächte die reinste Folter sind. 

 

Hinzukommt, dass Kinder uns ganz unbewusst einen Spiegel vorhalten. Und so müssten wir manche Verhaltensweise, die wir an unseren Kleinsten "kritisieren", eigentlich uns zuschreiben. Ich bemerkte relativ schnell, dass ich doch an Grenzen komme, wenn unsere Tochter zum fünften Mal die Hose wechselt. Oder wenn unser Sohn seine Schuhe mitten im Flur platziert und ich mir beim Heimkommen erst mal einen Weg durch den Flur bahnen muss. Da stellte sich geduldig sein nicht gerade als meine Kernkompetenz heraus. 

 

Unsere größte und gleichzeitig schönste Herausforderung im Alltag sind aber tatsächlich unsere unterschiedlichen Charaktere. Während unser Sohn ständig auf der Suche nach neuen Abenteuern ist, sich von der Natur und schnellen Sportarten in dieser angezogen fühlt, mag es unsere Tochter eher gemütlich. Auch wir Eltern sind so verschieden, dass wir uns manchmal fragen, warum das alles so gut klappt. Vielleicht ist genau das aber auch das Geheimnis. Wer weiß das schon? 

 

Fakt ist: Kinder halten für Eltern unheimlich viele Überraschungen bereit und wie sich ein Tag entwickelt, ist manches Mal die reinste Wundertüte. 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0