Schönste Zeit des Jahres?

Schönste Zeit des Jahres? Die Frage ist nur, für wen!

 

Mich hat der Artikel „Advent, Advent, die Mutter rennt“ auf Spiegel.de wirklich nachdenklich gemacht. Darin geht es um das Thema „mental load“, die totale Überlastung bei zu vielen Aufgabenbereichen sowie der Übernahme von Arbeiten, die niemand sieht: die Gedankenarbeit.

 

Stille Jahreszeit?

 

Von wegen: In keiner anderen Jahreszeit setzen wir uns so sehr unter Druck, wie in der Vorweihnachtszeit. Adventskalender basteln, Karten verschicken, Plätzchen backen, zur Weihnachtsfeier gehen, Basteln mit den Kindern, Geschenke organisieren und und und. Damit wir den Wünschen aller gerecht werden, powern wir uns bis zum Weihnachtsabend durch die „staade“ Zeit. Dann sinken wir aufs Sofa und betrachten, wie unsere Verwandten innerhalb weniger Sekunden, die liebevoll verpackten Geschenke niederreißen, der Tischdekoration wenig Beachtung schenken und das Essen in Rekordzeit verschlungen wird. Oh du Fröhliche. Und dafür der ganze Aufwand?

 

Mental Load“ und andere Überforderungen

 

Ich habe mich tatsächlich in einigen Textpassagen wieder erkannt. „Erste Geschenkeanfragen von Omas und Opas trudeln ein. Natürlich landen sie bei der Mutter.“ Stimmt. „(...) und was essen wir wann? (Einkaufsliste!)“ Stimmt. „Soll der Postbote eine Kleinigkeit zu Weihnachten haben (…).“ Stimmt. Erschreckend! Denn eigentlich denke ich immer, wir bekommen es ganz gut hin mit der Care-Arbeit und Berufstätigkeit, nahezu gleichberechtigt.

 

Beim genaueren Hinsehen stelle ich allerdings fest: Ich bin diejenige, die alle anstehenden Termine und Festlichkeiten im Kopf hat. Vom Zahnarztbesuch über Schulweihnachtsfeiern, Nikolaus, wann der Schulfotograf kommt, die Kindergartenzahnärztin, an welchem Tag, welches Kind wo eingeladen ist. Ich bin diejenige, die die Urlaube der Schwiegereltern im Kopf hat (das ist essenziell für unsere Kinderbetreuung, wenn mal ein Kind krank wird), ich weiß um jeden Kitaschließtag, habe die Essensliste im Kopf und weiß aus dem Stegreif wo im Haus etwas zu finden ist. Ich delegiere Termine, erinnere an Rucksäcke, Brotzeiten und Wechselkleidung. Die Liste ist unendlich und ich staune selbst, was alles mein Mama-Hirn reinpasst. Das ist doch Irrsinn, denke ich. Und frage mich: Was wäre, wenn ich mal nicht an alles denken würde? Und warum erkläre ich mir all diese Themen zu meinem Business?

 

Wahrscheinlich hat es sich über die Jahre hinweg einfach so entwickelt. Aufgrund meiner längeren Elternzeit und der daraus resultierenden Selbstständigkeit. Dennoch: Warum sind es meist die Mütter, die allumfassend und im großen Ganzen denken? Was meint ihr?

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    M. A. Heibl (Montag, 25 November 2019 08:24)

    Vor Jahren wurde eine junge Dame in einer Werbung gefragt: "Und was machen Sie beruflich"? Nach kurzem Zögern antwortete sie:"Ich leite erfolgreich ein kleines Familienunternehmen."

    Seit Jahrtausenden war es Aufgabe der Mütter, ihre Kinder aufzuziehen, zu fördern und gut für das Leben vor zu bereiten.

    Heute stellen Personalchefs sehr gerne Mütter in die Geschäftsleitung ein. Sie beherrschen die Organisation.

    Mütter können es einfach. Und, wenn sie Glück haben, sind

    ihr ihre Sprösslinge später dafür dankbar oder zumindest stolz and sie und ihre jahrelange Leistung.

    Danke an alle Mütter. Ihr habt es drauf!