Schlummermodus

Es gibt Tage, an denen bin ich um drei Uhr nachmittags schon so müde, dass ich nach dem Abholen der Kinder in Kita und Hort direkt einschlafen könnte. So heute auch geschehen. 

 

Während unser Sohn seiner Schwester ein paar Seiten seines Lieblingsbuches vorlas, ging Mutter in den Schlummermodus über. 

 

Als ich nach einer halben Stunde aufwachte, hatten die Kinder bereits unfassbar fantasievolle Figuren aus Lego gebaut und stritten sich um die Namen eben dieser Kreaturen. 

 

Bling, war ich wieder im Leben. Erst vor ein paar Tagen hatte ich auf Instagram ein Bild meines Mannes gepostet und mich darüber lustig gemacht, dass er beim Spielen mal wieder eingeschlafen ist. Shame on me!

 

Wenn ich ehrlich bin, verlassen mich meine Kräfte nicht dann, wenn ich von Termin zu Termin rase, körperlich gefordert bin und geistig obendrauf. Es sind auch nicht die schlaflosen Nächte, die es immer noch gibt, obwohl unsere Kinder schon vier und neun sind. 

 

Nein, um ehrlich zu sein schlauchen mich die emotional aufgeladenen Tage enorm. Das sind die Tage, an denen mich das schlechte Gewissen packt, weil ich arbeiten gehe, obwohl das kranke Kind mich eigentlich zuhause braucht. Es sind die Momente, in denen ich denke: Mist, du hast deine engsten Freunde schon viel zu lange nicht gesehen, die Tante schon Monate nicht mehr angerufen und überhaupt mindestens drei Geburtstage in den vergangenen Wochen vergessen. 

 

Es ist das dauernde "an dies und das Denken", das Gefühl mal wieder nicht ausreichend für die Kinder da gewesen zu sein,  den Kopf voll zu haben und irgendwie nicht abschalten zu können. Und es sind die Sehnsüchte nach Kinoabenden mit dem Liebsten, regelmäßigem Sport, Zeit zum Lesen, tanzen bis spät in die Nacht und einem romantischen Abendessen am Hochzeitstag. Diese Phasen, die einem klar machen, dass es Abschnitte gibt, in denen all das nicht mehr geht oder einfach zu selten, machen mürbe und müde. Doch dank der Kinder hat man eh wenig Zeit darüber nachzudenken und sieht sich im Nullkommanix einen handfesten Streit schlichten. 

 

"Der heißt nicht Egon, du Blödi!"

"Und meine Kreatur heißt nicht Struppel, du Doofarsch."

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    M. A. Heibl (Mittwoch, 23 Oktober 2019 21:16)

    Sei gut zu dir.