Achtung, es ist wieder Schnupfenzeit

Wenn unsere Tochter Schnupfen hat, erinnern ihre Wut und die darauffolgenden Ausbrüche an einen Tsunami. Ein Männerschnupfen ist nichts dagegen. 

 

Jetzt ist er wieder da. Der Herbst. Und bringt uns eine Erkältung nach der nächsten ins Haus. Die Kinderköpfe drücken, die kleinen Körper sind schlapp und schläfrig, die Nasen... Ach die Nasen, von denen können wir nachts ein Lied singen. 

 

"Naaaase. Naaaaase. Verstopft. Die Nase ist verstopft."

 

Tränen. Geschrei. Tränen. Wütendes Aufstampfen neben meinem Bett. Ein Körper, der sich theatralisch auf mich wirft.

 

Ich schalte das Licht ein, versuche zu beruhigen. Empfehle Nasenspray. Für gewöhnlich hilft das bei verstopften Nasen. Im nächsten Moment frage ich mich: "warum hast du das nur vorgeschlagen?" 

 

Unsere Tochter  - außer sich vor Wut - hält sich beide Nasenlöcher zu und brüllt: "Nein, neeeein. Nicht das Spray. Kein Spray."

 

Tränen, Wut, Hysterie.  

 

Und wieder: "Nase. Meine Nase. Die ist verstopft."

 

Mittlerweile rollt das bebende Kind von meiner Seite zur Bettkante, zurück zur Seite meines Mannes. Immer noch sauer darüber, dass die Nase nicht frei wird. Ihr einziger Ausweg: "Ich reisse mir jetzt die Nase ab."

 

Nach dreißig Minuten guten Zuredens, gelingt es mir wenigstens ein Nasenloch mit Spray zu versorgen.

 

Wieder: Schreien, toben, Wut. 

 

Ich gebe auf, nehme in den Arm. Das Kind schläft ein. Ich bin wach. 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0