Man lernt nie aus!

In meinen neun Jahren Mamasein habe ich verdammt viel gelernt. Über mich, den Partner, die Kinder. 

 

Meine Kinder haben mir in den letzten Jahren gezeigt, was ich besonders gut kann und was eben nicht und dass es gar nicht darauf ankommt, alles zu können. Niemand ist perfekt. 

 

Ja, ich würde sagen: Ich bin gelassener und ruhiger geworden. Und das kommt mir in den Tagen gerade recht, in denen ich das Gefühl habe, ein Neuling im Mamabusiness zu sein. 

 

 

Angefangen hat alles mit der Farbe schwarz. Bunte T-Shirts waren plötzlich out, Motive sind nur noch dann "cool", wenn sie einen Bezug zu Musik, Motorrädern oder Skateboardern haben. Hörspiele wurden verbannt. Stattdessen dröhnt jetzt vermehrt  laute Musik aus dem Zimmer unseres neunjährigen Sohnes. Rockig muss es sein, laut und wild. Alles dreht sich um Musikvideos, E-Gitarren, Schlagzeuger, langes Haar und Graffity. 

 

Sein Schreibtisch gleicht dem Arbeitsplatz eines Teenagers: Kugelschreiber, Notizblock, Musikhefte, Keyboard, Skateboard-Magazine. Auf dem Boden liegen nicht wie sonst Berge von Legosteinen, sondern zur Abwechslung mal nichts. Und wenn überhaupt, dann sind es Klamotten, die aussortiert wurden.  

 

Unser Sohn will nicht mehr klein sein. Am liebsten wäre er auch kein Kind mehr. Er möchte frei sein, losziehen mit seinem Zelt, Surfen gehen, am Lagerfeuer sitzen, Musik machen, die Welt erkunden. Und die Tatsache, dass er das nicht einfach kann, mit seinen neun Jahren, macht ihn manchmal schier wahnsinnig, launisch und wütend. "Das ist doch mein Leben. Niemand kann mir was vorschreiben", brüllt es dann aus ihm heraus, wenn er uns und die Welt um sich herum mal wieder in Frage stellt. 

 

 

Seine Wünsche, Träume und Vorstellungen sind groß und ich genieße es, daran teil zu haben. Aber es ist auch für mich ein ganz neuer Abschnitt. Ich muss seine Zweifel an uns und unseren Regeln annehmen, akzeptieren und sicher das ein oder andere überdenken. Das kam schneller als gedacht und ist auch nicht jeden Tag ein Thema. Aber das Kind sein weicht dem groß sein wollen immer mehr. Lassen wir es auf uns zukommen. Die nächsten Jahre mit unserem Kind!  

 

 

 

 

 

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