Die liebe Vereinbarkeit!

Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen, ist von Zeit zu Zeit ein echter Kraftakt. Und so gerne ich auch arbeite, komme ich immer wieder an meine Grenzen, stelle unser Konzept in Frage, und versuche es noch mehr zu optimieren. Das stresst, macht mürbe und liefert weder zufriedenstellende Antworten noch Lösungen. Wie auch? Scheinen sich die Begriffe „Kind“ und „Karriere“ per se ja schon zu beißen.

 

Aber muss das so sein? Es gibt sie, die Phasen in denen alles wie am Schnürchen läuft. Die Kinder sind gesund, der Große drückt brav die Schulbank, die Kleine baut Sandburgen im Kindergarten und wir können unseren Alltag nach Plan leben. Dieser ermöglicht mir, in Teilzeit arbeitend, immerhin gute 25 bis 30 Wochenstunden zu arbeiten. Das ist gut, das ist toll und absolut so gewollt. Ich bin auch der Meinung, dass es in Sachen beruflicher Selbstverwirklichung gerecht zugehen sollte, wenn man diese denn schon anstrebt. Dafür haben wir uns lange engagiert und kämpfen immer noch um gesellschaftliche Anerkennung unserer Leistungen.

 

Ich selbst finde Teilzeit für mich perfekt. Zum Glück können wir uns diese Aufteilung leisten. Das ist ja auch nicht selbstverständlich. So genieße ich beides: Kind und Beruf.

 

Trotzdem fühlt sich unser Modell, das mittlerweile ja von vielen Familien gelebt wird, oft falsch an. Es zwickt hier und da, wir fühlen uns gehetzt, abgespannt, und stellen phasenweise immer wieder fest, dass das was wir leben wollen einfach nicht hieb- und stichfest ist. Sei es, wenn die Kinder krank sind, man selbst virengeplagt und kraftlos ist, kaum Pausen oder Phasen der Ruhe möglich sind. Einfach weil der Tag eben nur zwölf Stunden hat. Da kann man sich noch so arg ein Bein ausreißen!

 

Trifft man dann noch auf Mütter oder Väter, die kritisieren statt den Rücken zu stärken, die lieber meckern und nach Fehlern suchen, anstatt einem mal auf die Schulter zu klopfen und zu sagen „hey, Wahnsinn, wie ihr das alles meistert“, möchte man schier ausrasten.

 

Aber was könnte Familien in ihrem Alltag helfen?

Welche Maßnahmen könnte man ergreifen, damit der Spagat zwischen Familie und Beruf nicht ganz so heftig ist?

Ist es wirklich nur ein gut funktionierendes Netzwerk? Ist es die Anerkennung?

Was müsste sich politisch verändern, damit Familien privat mehr entlastet werden?

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0