Stärkt euch gegenseitig!

Neulich gratulierte ich einer toughen, jungen Frau zur Eröffnung ihres feinen kleinen Lädchens und bewunderte ihren Mut. Ich habe auch schon öfter darüber nachgedacht einen Laden zu eröffnen, aber irgendwie fehlte mir immer die nötige Courage. Jedenfalls war die Angst, es könne schief gehen, immer größer als der Drang es doch in die Tat umzusetzen. 

 

Diese junge Frau setzte ihren Traum um, trotz oder besser mit ihren Kindern und der Ungewissheit im Nacken, die wohl jeder Neuanfang mit sich bringt. Davor ziehe meinen Hut. Und werde richtig wütend, wenn dann eine andere Mutter kommt und schnippisch fragt: "Wie willst du das denn mit deinen Kindern in Zukunft machen? Das ist ja schon alles ein bisschen viel und hoppladihopp." 

 

Neid. Missgunst. Besserwisserei. All das war in ihrer Stimme zu hören. Offensichtlich kannten sich die beiden, aber ich hätte am Liebsten gesagt: "Lieb, dass du fragst. Ich dachte mir, du könntest die Kinder ja an zwei Tagen nachmittags von der Kita abholen." Sie hätte doch auch sagen können: "Lass mich wissen, wenn du mit den Kindern Hilfe brauchst." Stattdessen dieser Unterton, der häufig sagen will: "Naja, wenn du meinst. Ich denke, du hast dich da etwas übernommen." 

 

Immer wieder erlebe ich -leider überwiegend unter Müttern-  Momente wie diese. Neulich sagte eine Mutter zu mir: "Dich sieht man ja nur im Internet." Falsch, man kann auch einfach klingeln, anrufen oder spontan vorbeikommen.

 

Ich habe oft das Gefühl, dass es ganz egal ist, wie man seinen Alltag gestaltet: Arbeitet man viel, ist es nicht richtig, arbeitet man wenig, befindet man sich auf der Schwelle zum Faulsein, arbeitet man gar nicht, ist man ein naives Heimchen. Es scheint, als könnten manchen Menschen (in dem Fall Mütter), Lebenskonzepte, die von ihren eigenen Abweichen, nur schwer akzeptieren. Warum nur? Menschen sind so vielseitig wie das Leben selbst und wir alle könnten davon profitieren: durch Anteilnahme, Neugierde und gegenseitiger Unterstützung. Was meint ihr? 

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