Ungeheuer schön!

Pressebild ©Nilz Böhme
Pressebild ©Nilz Böhme

 

Zittern, lachen, weinen. Alle nur erdenklichen Emotionen entlockte uns das Musical „Die Schöne und das Biest“, inszeniert vom Theater Liberi. Bereits auf dem Weg zum Congress Park in Hanau malten wir uns aus, wie das schaurige Biest und die bezaubernde Belle wohl aussehen werden. Das Märchen von der Liebe ist uns wohl bekannt, als Film, Buch und CD. Als Musical kannten wir es aber noch nicht und waren deshalb sehr gespannt.

 

Gebannt starrten die Kinder also in Richtung Bühne, als Belles Vater (Okan Şen) das Stück eröffnete. Das Bühnenbild war düster und transportierte mit wenig Tam Tam, die Emotionen des armen Kaufmanns.

 

 

So fühlten wir die Kälte des Waldes, die Angst, weil er sich verirrte, den Hunger und auch seine Verzweiflung, scheiterte doch sein Vorhaben, den drei Töchtern aus der Stadt schöne Kleider mitzubringen.

 

Und weil der Vater eben nicht mit leeren Händen zurück kehren wollte, pflückte er eine wunderschöne Rose im Schloßgarten des Biests, nicht wissend, dass der „Diebstahl“ die Begegnung mit dem furchteinflößenden Biest (Robert Steffen) hervorrufen sollte. Der Auftritt des Biestes ließ nicht nur dem armen Kaufmann das Blut in den Adern gefrieren. Dank der gelungenen Maske und der mächtig wirkenden Gestalt des Biestes, zitterten unsere Kinder in diesen ersten zehn Minuten vor Aufregung und konnten sich schwer vorstellen, dass die Geschichte einen guten Ausklang findet.


Erst als die fröhliche Belle (Anastasia Ivanova) auf der Bühne erschien, sich mutig und unbeirrbar dazu bereit erklärte, anstelle ihres Vaters in das Schloss des Biestes zurückzukehren und diesem die Stirn zu bieten, konnten unsere Kinder wieder aufatmen. Denn schon bald entdeckte die quirlige Belle hinter der harten Schale des Biestes einen weichen Kern. Für Olivia und Moritz eine Erkenntnis, die sie so schnell nicht vergessen werden: Das Biest sieht zwar furchteinflößend aus, wenn man aber genau hinsieht, ist es einfühlsam, lieb, mitunter sogar humorvoll.

 

Nach und nach begaben wir uns also mit der schönen Belle auf eine Art Entdeckungsreise zum wahren Ich des Biestes und bekamen Antworten auf viele Fragen: Wer verbarg sich hinter dem sprechenden Spiegel? Was hatte es mit dem Fluch auf sich? Und wer steckte hinter all den verzauberten Wesen?


Obwohl wir die Geschichte gut kannten, war dieses Familienmusical für uns ein magisches und emotionales Erlebnis zugleich. Beeindruckt von der tollen Maske des Biests, dem einfachen aber durchdachten Bühnenbild und aufwendigen Kostümen der verzauberten Dienstboten des einstigen Prinzen, zeigte uns die Geschichte mit vielen lustigen Momenten, aber auch den Traurigen und Tiefsinnigen, worauf es im Leben wirklich ankommt: Auf den Blick hinter die Fassade und die damit verbundene wahre Liebe, wofür man einzig und allein die Fähigkeit mit dem Herzen, statt mit den Augen zu sehen braucht. Für uns eine sehr gelungene Inszenierung für Kinder ab vier Jahren.

 

 

 

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