Wie die Zeit vergeht.

 

Ich weiß nicht, ob es an der Jahreszeit liegt oder einfach nur am Älterwerden, aber momentan sitzen bei mir die Tränen locker. Wenn ich nach einem arbeitsintensiven Tag und lebhaften Nachmittag mit den Kindern im Bett liege und ihnen dabei zusehe, wie sie langsam zur Ruhe kommen und einschlafen, geht es meistens los: Ich weine. Vor Rührung.

 

Dabei schießen mir allerhand Bilder durch den Kopf. Die Geburt unseres Sohnes, seine ersten Schritte, der Blick nach dem Genuss des ersten Eis, das erste Mal Radfahren, die Geburt von Olivia, das erste echte Lachen, ihre ersten Wörter. Und und und.

 

Ich sehe sie an und weiß, dass es so viele erste Male gab, die sich einfach nicht mehr wiederholen werden. Und dieses Wissen, dass diese Momente nur noch in meiner Erinnerung sind, macht mich manchmal ganz schön wehmütig. Vor allem, wenn ich mich an Erlebnisse erinnere, auf die ich mich nur halbherzig eingelassen habe, weil auch andere Dinge nach Beachtung verlangten.

 

Natürlich wird es noch andere erste Male geben, aber die der Säuglings-, Baby- und Kleinkindzeit sind schon sehr besonders, weil echt und unmittelbar.

 

Mit seinen acht Jahren ist unser Großer manchmal schon so reif, cool und selbständig. Das ist schön und hat auch seine Vorteile. Aber ich sehe doch noch oft den kleinen Moritz vor mir, wie er einst – erschöpft von den ersten Laufradtouren – auf meinem Schoß einschlief. Ein schönes Gefühl ist das. Eines, das zu Tränen rührt und das verstehen lässt, warum unsere Eltern immer die „als du klein warst“-Geschichten auspacken.

 

Bei Olivia kommt es mir manchmal vor, als wäre die Maus gestern erst geboren. Und heute steht sie vor mir und erklärt mit Nachdruck, dass es für ihre Fröhlichkeit unheimlich wichtig ist, dass sie augenblicklich ein Stück Schokolade verzehrt.

 

 

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht.  

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