Gebt mehr ab!

Seit wir Kinder haben, bin ich unter der Woche Hauptansprechpartner. Ich bereite die Kinder auf Kindergarten und Schule vor, mache die Brotzeitboxen fertig, bespreche das Wichtigste für den Tag, wische Schlaf aus den Äuglein und kümmere mich um jedes noch so kleine Wehwehchen. Wenn alle das Haus verlassen haben, fühlte ich mich oftmals als wäre eine Dampfwalze über mich hinweggerollt.  

 

Jetzt hat sich das Blatt gewendet, weil ich seit einiger Zeit das Haus verlasse, wenn die Kinder noch schlafen. Unsere bis dato klassische Rollenverteilung am Morgen ist dahin. Jetzt ist mein Mann derjenige, der die Stullen im Akkord schmiert, nebenbei die umgeschüttete Milch vom Boden wischt, den Kaugummi aus dem Haar entfernt, und in den Genuss kalten Kaffees kommt.

 

Was soll ich sagen? Es funktioniert! Was habe ich mir für Gedanken gemacht! Ich dachte allen Ernstes, ich sei morgens unverzichtbar. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass mein Mann souverän Morgen für Morgen schaukelt und dabei auch noch lächelt. Und ich hätte auch nie gedacht, dass unsere Kinder meine Abwesenheit beim Start in den Tag so schnell als normal empfinden.

 

Aber so ist es! Es fühlt sich gut an und zeigt mir mal wieder, dass Papas alles genauso können wie die Mamas. Außer Zöpfe flechten. "Das kann nur die Mama", findet Olivia. 

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