"Manchmal braucht man Gummibärchen"

 

Da kann ich nur zustimmen! 

Miriam Fuz, Dreifachmama, Redakteurin, Bloggerin und Buchautorin erklärt in ihrem Buch "Manchmal braucht man Gummibärchen", warum das so ist. Herrlich pragmatisch gibt sie anderen Eltern Tipps für den Alltag mit kleinen Kindern. Ein sympathisches Interview mit einer sehr humorvollen Mama und Autorin! 

 

Guten Morgen Miriam! Für einen ersten Eindruck: Du bist 37 (richtig?), Mama, Autorin, Bloggerin und und und. Erzähl mal, was waren die wichtigsten Stationen deines Lebens, bislang?

Es liest sich für mich ein bisschen unwirklich, aber ich bin tatsächlich 37. Wo gehen die Jahre nur hin! Ich habe zweimal studiert (Bachelor Germanistik/Journalismus und Grundschullehramt) und sogar beides abgeschlossen. Danach habe ich als Redakteurin gearbeitet und bin inzwischen im IT-Vertrieb zuhause. Meine Liebe zum Schreiben habe ich nie verloren und immer nebenher ausgelebt.

 

Im Oktober 2016 habe ich spontan und ohne Konzept begonnen, mein Buch „Manchmal braucht man Gummibärchen“ zu schreiben und freue mich, dass ich es am Ende tatsächlich veröffentlichen konnte.

 

Wie alt sind deine drei Jungs jetzt? 

Sie sind jetzt zwei, vier und sechs Jahre alt. Der Jüngste geht in die Krippe, der Mittlere in den Kindergarten und der Große wurde gerade frisch eingeschult. 

 

Das ist kein großer Altersunterschied. War das so geplant? Nach dem Motto: Dann habe ich es schnell hinter mir?

Wir haben tatsächlich gesagt: Wenn es klappt, dann gerne knapp hintereinander. Ein Nachteil ist natürlich, dass ich in sechs Jahren vielleicht fünf Mal durchgeschlafen habe und gefühlt in einer ewigen Trotzphase lebe. Das macht einen teilweise schon verrückt. Aber mein Mann und ich lieben es, dass die Kinder miteinander aufwachsen und vielleicht auch bald wieder die Zeit kommt, in der mein Mann und ich etwas alleine machen können. Bei größeren Altersabständen zieht sich das alles etwas mehr in die Länge.

 

Wie sieht ein ganz normaler Montagmorgen bei euch aus?

Ich bin immer damit beschäftigt, meine kleine Herde anzutreiben – und trotzdem dauert alles eeeeeeewig. Sie frühstücken immer in aller Seelenruhe und lassen meistens keine Gelegenheit aus, sich zu ärgern und bei vielem erst einmal „Nein“ zu schreien. Es hilft mir, abends schon so viel wie möglich vorzubereiten. Da lege ich mit den Kindern zusammen auch schon die Kleidung für den nächsten Tag bereit. Sonst kämen wir sicher nicht vor 10:00 Uhr aus dem Haus. 

 

Kannst du auch richtig schimpfen? Bitte eine Kostprobe!

Ich bin lange geduldig, aber wenn sie mehrmals nicht auf mich hören, platzt mir irgendwann die Hutschnur. „Ich habe euch jetzt drei Mal lieb und nett gesagt, dass ihr nicht im Wohnzimmer toben sollt. Jetzt reicht es mir, hier ist es viel zu gefährlich. Noch einmal und ihr geht alle raus in den Garten. …. Okay, Schluss. Raus mit euch. Genug ist genug, und ich habe keine Lust, heute schon wieder eine Platzwunde nähen zu lassen. Ab in den Garten und traut euch erst wieder rein, wenn ihr ruhiger seid." 

 

Okay, ganz so schlimm bin ich nicht immer, aber "so ein bisschen schimpfen" liest sich natürlich nicht so unterhaltsam. Ich bin mir sicher, dass viele Mütter mich verstehen. Irgendwann reicht es einfach, und ich bin eine Mama, die nicht nur Konsequenzen androht, sondern auch umsetzt. 

 

Zu deinem Buch: „Manchmal braucht man Gummibärchen“. Erzähl uns ein bisschen darüber.  

Dieser Ratgeber ist ein wirkliches Herzensprojekt von mir. In mein Buch habe ich alle Tipps, Ideen, Ratschläge für Babys und Kleinkinder gepackt, die ich entweder selbst lebe oder die mir direkt in meinem Umfeld begegnet sind.

 

Ich hatte manchmal das Gefühl, dass ich die einzige Mama bin, bei der die Strategien aus den Ratgebern nicht funktionieren. Denn dort wird oft ein Konzept vorgestellt, und wenn das nicht klappt, bleibt man mit einem unguten Gefühl zurück. Das wollte ich nicht: Ich möchte, dass Mamas meinen Ratgeber lesen und danach zufriedener und entspannter sind. Dass sie neue Ideen bekommen oder meine Tipps so weiterentwickeln, dass sie genau zu ihnen passen. 

 

Ich habe es mit Absicht locker-leicht geschrieben, damit man es auch als übermüdete Mama gut lesen kann. Denn solche Literatur hat mir selbst gefehlt, als ich vor lauter nächtlicher Stillerei die Augen kaum offenhalten konnte.

 

Von welchen Momenten willst du MEHR? Welche würdest du am Liebsten "in die Tonne kloppen"?

Ich liebe diese kleinen klebrigen Patschehände in meinen, diesen kecken fragenden „ups“-Blick, wenn sie wieder etwas angestellt haben und das Gefühl, dass ich (noch) gebraucht werde. Wenn ich ihnen Abschiedsküsse geben und ihnen beim Kleider aussuchen oder einschenken helfen darf. Hach ja, das wird einfach viel zu schnell vorbei sein. Diese Momente würde ich gerne einfrieren.

 

Momente, die ich nicht brauche, sind vor allem die Zeiten, in denen ich ignoriert werde. Wenn ich mir den Mund fusselig quatsche und keiner reagiert. Wenn sie ganz genau wissen, dass sie etwas nicht dürfen, weil es zum Beispiel gefährlich ist, und sie es trotzdem tun. Ich habe als Jungsmama schon viele Platzwunden verarztet. Aber wenn sie durch Situationen entstehen, die ich vorher klar verboten hatte, ärgert mich das immer sehr. Ich weiß schon, warum ich jedes Jahr mehr graue Haare bekomme. 

 

Was würdest Du sagen unterscheidet deinen Familienratgeber von anderen?

Bei mir gibt es nicht den einen, richtigen Weg. Mein Ratgeber zeigt viel mehr viele verschiedene Ideen auf und fragt: Welche Lösung passt zu euch? Hör auf dein Bauchgefühl, dann liegst du richtig. Es gibt nicht den einzigen richtigen Weg in der Erziehung – denn jede Familie, jedes Kind, jede Mama ist anders.

 

Nur weil etwas bei uns funktioniert, heißt es nicht, dass es genau so auch zu euch passt. In dem Ratgeber finden sich daher ganz viele verschiedene Ideen, damit jeder etwas findet, was zu ihm passt. Das hatte mir in anderen Büchern gefehlt. 

 

Die letzte Frage bekommst du sicher oft gestellt: Wie schaffst du das alles?

Ich habe immer Hummeln im Hintern, und mir wird schnell langweilig. Scheinbar brauche ich viel Action um mich herum. Wenn das Leben um mich herum tobt, ruhe ich mehr in mir. Es gibt aber auch genügend Tage, an denen ich abends fix und fertig aufs Sofa falle und einfach nur meine Ruhe möchte. Davon berichte ich auch ehrlich im Buch. Aber ich finde, das ist ganz normal und darf jeder mal haben, so lange es an den meisten Tagen Spaß macht. Und den habe ich definitiv mit meinen Jungs und auch durch die Veröffentlichung meines Buches. Damit habe ich mir einen kleinen Traum verwirklicht und bin unglaublich froh und dankbar, wie gut es bei meinen Lesern ankommt. Daher von Herzen ein großes Dankeschön an alle meine lieben Leserinnen da draußen! 

 

 

Mehr zu Miriam Fuz findet ihr hier: 

 

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