Geschwisterzwist

 

Ich liebe das Wochenende und Montage eher weniger. Warum es die vergangenen Tage anders war und ich ein „endlich“ seufzte, als ich auch die Kleinste nur noch von hinten sah... 

 

Momentan hängt der Haussegen schief. Unter den Geschwistern. Eine permanent angespannte Grundstimmung ist hier eingezogen. Und die spürt man schon wenige Minuten nach dem Aufstehen. Wie auch am Samstagmorgen. 

 

Die Kinder sind wach, spielen erstmal. Ich drehe mich nochmal rum und sage innerlich „danke“ für ein paar Minuten länger liegen dürfen. Doch kaum habe ich mein „danke“ gedacht, höre ich schon schrille Schreie: 

„Nein Moritz. Ich spiel die. Du spielst das Baby.“

 

„Ne, kein Bock.“ 

 

„Dooohoooch, bitte Moritz!“ 

 

„Ne, kein Bock. Dann spiel doch allein, wenn du eh nur rumschreist.“

 

„Moooriiiiitz, biiihiiite.“ 

 

„So, jetzt geht’s du raus. Komm, ab. Ich will jetzt allein sein.“ 

 

Die Tür knallt zu. Sekunden später: „Mammmaaaaa, der Moritz willnichtdasbabyseinundichwillabermitihmspielenunderwill....“ Ich verstehe kein Wort! Und während das Mäuschen spricht und weint zugleich, stürmt der Große aus dem Zimmer und möchte (ebenfalls schreiend) die Situation richtig stellen. Ich möchte aber erstmal Kaffee. Um 7.15 Uhr an einem Samstagmorgen. 

 

Während die Maschine die Bohnen malt, ein herrlicher Duft in meine Nase steigt, brüllen zwei Kinder weiter in meine Ohren. Ich höre nur Wortfetzen und bitte um spätere Klärung, wenn etwas Ruhe eingekehrt ist. Fünf Minuten später brülle auch ich, weil alle einfach weiter brüllen. Es ist 7.25 Uhr. Ich hatte noch keinen Kaffee, bin heiser, habe einen Puls von „ichflippgleichaus“, dafür ist aber nach meinem Schrei jetzt endlich Ruhe. Olivia guckt sich ein Buch an. Moritz meckert: „Unfair.“ Ich schweige und nehme den ersten Schluck. 

 

Eine halbe Tasse später, es ist 7.32 Uhr, schnappt sich Olivia ein Auto. Ich sehe es im Augenwinkel und halte mir weise und vorausschauend die Ohren zu. Es ist Moritz Lieblingsflitzer und Olivia gerade die Provokation schlechthin. Das Gerangel geht los. Sie rasen durchs Wohnzimmer. Zwischendurch lachen sie aber immer wieder. Dann ertönt wieder ein „du blöde Kuh. Gib das sofort her.“ Olivia ignoriert und kontert schrill schreiend mit „selber Pimmel-Kuh“. Kurzes Lachen, dann Ernst. Die Jagd beginnt von vorne. 

 

Es ist 7.35 Uhr, als ich einen harten Gegenstand gegen meinen Kopf fliegen spüre. Autsch. Natürlich fahre ich aus meiner Haut, sage Sätze wie, „habt ihr sie noch alle?“, „streitet das nächste mal oben, ohne mich.“ „Was soll das denn? Wir haben doch wirklich genug Autos“. Wütend laufe ich auf und ab, mit dem Auto in der Hand und versuche zu erklären, dass mich diese Zankereien wirklich nerven. Und wenn sie es schon nicht lassen können, es doch sehr freundlich wäre, wenn sie es unter sich klären würden. Anstatt mir das „blöde Ding“ gegen den Kopf zu werfen. Auch wenn das ein Versehen war. Und und und. 

 

Und während ich vor mich hin zetere, blicke ich in die Augen meiner Kinder und sehe, wie sich beide das Lachen verkneifen. Zeit für einen zweiten Kaffee und eine ordentliche Standpauke. 

 

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