Endlich!

 

Wie kostbar Zeit und Gesundheit wirklich sind, wird einem erst bewusst, wenn sich traurige Botschaften häufen. Davon hatten wir im näheren Umfeld in den letzten Monaten genug. 

 

Natürlich ist klar, dass unsere Zeit begrenzt ist und dass Gesundheit nichts Selbstverständliches ist und dass man trotz gesunder und achtsamer Lebensweise schrecklich krank werden kann. Weil man es eben nicht zu hundert Prozent in der Hand hat. 

 

Und trotzdem vergessen wir im Alltag unsere Endlichkeit, verlernen Augenblicke in vollen Zügen zu genießen, lassen uns Ablenken und blicken mal wieder all zu oft ins Handy, wenn unsere Kinder uns etwas zeigen wollen. 

 

Genau das könnten wir aber beeinflussen. Wir können den TV auslassen, das Handy beiseite legen, dem Gegenüber echte Aufmerksamkeit schenken, die Natur entdecken und damit unseren Kindern ein Gespür dafür vermitteln, wie kostbar ein Leben ist. Ein Leben, in dem es nicht darum geht, der Beste in irgendetwas zu sein oder die Reichste oder die Durchtrainierteste. Es geht schlichtweg um die Fähigkeit, sein Leben so zu leben, dass man zufrieden ist. Mit sich, seinen Freundschaften, seiner Familie, seinem Beruf. 

 

Gestern habe ich seit Langem mal wieder einen Abendspaziergang mit den Kindern gemacht. Ohne Laufrad, Roller oder Skateboard. Einfach nur wir drei. Mal Hand in Hand, mal rennend, mal singend, mal im Schneckentempo, dann hüpfend. Anfangs wurde genölt, was das Zeug hält. "Ich kann nicht mehr", jammerte die Kleine. "Wie langweilig", schimpfte der Große.  

 

Aber dann entdeckten sie Eisvögel, am Boden liegende Äpfel, grüne Käfer. Sie fingen an zu hüpfen und zu singen und waren einfach losgelöst und total bei sich. Mein Handy lag derweil zuhause. Das fiel mir - zu meinem Entsetzen -  gar nicht leicht.

 

In Zukunft wird es dort öfter liegen. Es wird vermutlich weniger Fotos geben von uns. Dafür aber viele Bilder in uns. 

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