Freizeit!

Freizeit!

Über eine Zeit, die für vieles steht. Nur nicht für die eigentliche Bedeutung, nämlich freie Zeit.

 

Neues Schuljahr, neuer Kalender. Diesen habe gestern aktualisiert und festgestellt: Neben Leichtathletik, Musikschule, Turnen und den Pfadfinder-Gruppenstunden gibt es genau einen Tag, an dem mal gar nichts ist. Das ist viel zu wenig wie ich finde ich.

 

Als ich unsere Freunde fragte, wie es denn bei ihnen sei, merke ich ganz schnell, dass unsere Kinder noch relativ viel freie Zeit haben. Die Gruppenstunden und der Sport beginnen beispielsweise erst abends, so dass sie de facto doch vier von fünf volle Nachmittage haben an denen sie Freunde treffen oder einfach vor sich hin spielen können.

 

Das mit dem Freunde treffen ist aber gar nicht mehr so einfach. Ich kann mich gut erinnern, dass meine Mutter mich immer nach den Hausaufgaben rausgeschickt hat. Das machten alle Mütter. Und deshalb trafen wir uns auch alle im Hof oder auf dem Spielplatz um die Ecke. Wir verabredeten uns nicht. Irgendjemand war immer zum Spielen da. Und wenn nicht, klingelten wir unsere Freunde einfach raus.

 

Natürlich hatte auch ich meinen Sport und auch die ein oder andere Gruppenstunde. Und hier und da gab es auch Pflichttermine. Im Normalfall konnte ich aber über meine freie Zeit selbst bestimmen, verbrachte mit acht Jahren ganze Nachmittag auf Bäumen oder in der Reifenschaukel auf dem Spielplatz. Um 18.30 musste ich zuhause sein. Pünktlich. War ich es nicht, wurde meine Schwester losgeschickt um nach mir zu suchen. Das kam aber nur einmal vor. Die Uhr war stehen geblieben.

 

Ich liebte Freizeit. Es bedeutete für mich Freiheit und Abenteuer mit Freunden. Meine Mutter verließ sich auf mich. Das wiederum machte mich stark und auch verantwortungsbewusst. Wenn ich heute nachmittags durch die Straßen laufe, dann sind diese meistens leer. Ich sehe kaum Kinder mit dem Fahrrad einfach nur so durchs Dorf fahren. Oder mit Freunden auf dem Spielplatz. Auf Bäumen schon gar nicht. Geklingelt wird auch eher selten.

 

Die meisten Kinder sind im Anschluss an Schule und Hort erneut verplant. Mit Gitarrenunterricht, Schwimmen, Fußball, Tennis, Tanzen oder playdates. Spontan ist da nichts mehr. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Kinder das als puren Stress empfinden. Und auch für uns Eltern wäre es doch viel entspannter, wenn wir nicht täglich unsere Kinder und Geschwisterkinder von A nach B karren müssten. Oder? Wie seht ihr das?

 

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