FeWo-Check für Vermieter

Familien lieben Ferienwohnungen. Warum? Sie sind weitaus günstiger als ein Hotel und vermitteln das Gefühl eines zweiten Zuhause. 

 

Unsere zweiwöchigen Ferien starteten mit einem wunderschönen Aufenthalt im STERN in Tirol. Darüber hatte ich ja bereits berichtet. Dass wir abreisen mussten, bedauerten wir sehr. Gut und gerne hätten wir noch eine weitere Woche unsere Seele in Obsteig baumeln lassen. Aber wir freuten uns auch auf die kommenden zehn Tage im bayerischen Lenggries, meiner alten Heimat. 

 

Wir buchten eine Ferienwohnung im Herzen von Lenggries, schön zentral, damit das Auto auch mal stehen bleiben kann. Einkaufsmöglichkeiten, Gasthäuser, Apotheken, Eisdielen,... . Alles ums Eck und damit perfekt für uns!

 

"Wir bieten Ihnen nicht nur eine gemütliche und komfortable Unterkunft, sondern haben auch stets ein offenes Ohr für Ihre Wünsche." 

 

Vielversprechend. War es aber nicht! Und weil sich auch die Kinder in der Wohnung überhaupt nicht wohl fühlten, sammelten wir über die Tage ein paar Anregungen für Vermieter von Ferienwohnungen. Damit die Gäste als Glückliche nach Hause fahren. 

 

1. Eine freundliche Begrüßung ist das A und O. Ein Lächeln, ein nettes "hallo" gefolgt von der Frage "hatten Sie eine gute Anreise?" sind wirklich nicht zu viel verlangt. Wir wurden begrüßt mit den Worten: "Hier aufm Hof is aba koa Parkplatz." 

 

2. Die Gastwohnung präsentieren. Etwa so: "Das ist ihre Ferienwohnung mit vier Schlafmöglichkeiten. Sollte Ihnen auffallen, dass etwas fehlt oder sonst noch Wünsche offen sein, wenden Sie sich gerne an uns." Unsere Einweisung in die Wohnung lief wie folgt: "Hier schlaffa die Kinder, da die großen Leid, Bad hier, Küche. Des is fei ois nei." (Hier schlafen die Kinder, da die großen Leute, Bad hier, Küche. Das ist übrigens alles neu.) 

 

3. Interesse zeigen. Fragen, was sich der Gast für die Region vorgenommen hat. Eventuell Tipps zu Ausflugszielen und Wanderrouten geben. Eine Idee wäre auch auf die Touristeninformation zu verweisen.  

 

4. Zweckmäßig ist gut, liebevolles Ambiente noch besser. Natürlich ist es wichtig erstmal das Nötigste bereit zu stellen. Aber es kann doch nicht so schwer sein, mit wenigen Mitteln ein Wohlfühlambiente zu schaffen? Ein paar nette Kissen, Bilder, Decken. Handtücher, die nicht schon 30 Jahre alt sind und beim ersten Gebrauch stinken, als wären sie nie gewaschen worden.

Als Gast wünsche ich ein Ambiente, das mir entgegen schreit: Hier kannst du dich fallen lassen. Hier ist es fast noch schöner als Zuhause. Mal abgesehen davon, dass in unserer angemieteten Wohnung nicht ein Fenster einen schönen Ausblick hatte, oder überhaupt einen Ausblick, habe ich auch noch nie etwas so liebloses gesehen. 

 

5. W-LAN ungefragt anbieten. Das gehört zum Mindeststandard heute einfach dazu. 

 

6. Ein ehrliches Exposé. Ein Garten so groß wie ein Badetuch und zugleich Abstellplatz für Mülltonnen ist nicht der Garten, der auf den Fotos abgebildet war. Ebenso standen in der Ferienwohnung Blumen, sowie in unserem Fall eine sehr gemütliche Sitzecke. Wäre doch schön, wenn das nicht nur dem Erstellen des Prospektmaterials dient, sondern dem Gast in Realität. Wörter wie "gemütlich" und "komfortabel" sollte man nur schreiben, wenn es auch wirklich so ist. 

 

7. Verständnis zeigen. Wenn Kinder mitreisen, muss man als Vermieter damit rechnen, dass es mal lauter sein kann, und dass auch mal das ein oder andere Malheur passiert. Meist Nachts. Deswegen braucht man nicht gleich maulen. Das hat man als Vermieter einfach hinzunehmen, vor allem, wenn der kleine Gast peinlich berührt daneben steht. Sonst darf man nicht vermieten und muss auf einen Haufen Kohle verzichten. 

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