Ein bisschen mehr real life bitte! Oder: Warum ich die Schnauze von fakeads gestrichen voll habe.

Gestern ließ ich mich seit langem mal wieder berieseln. Ein Fernsehabend wie in alten Zeiten. Dann kam die Werbung und ich hatte den Finger nicht schnell genug an der Schalte. So guckte ich die aktuelle Werbung von babybay – ohne Frage ein tolles Produkt – und fragte mich im Anschluss: Was war denn das bitteschön?

 

Da liegt dieses Elternpaar in seiner reinweißen Bett- und Nachtwäsche, falten- und knitterfrei, das Licht leicht gedimmt. Geweckt werden beide durch ein quakendes Baby. Die Mutter beugt sich liebevoll lächelnd zu ihrem Mann, tätschelt ihn mit einer Geste, als möchte sie sagen „schlaf ruhig weiter“, und wendet sich dann ihrem Sprößling im babybay zu. Strahlend, perfekt geschminkt und super gut drauf. Hallo? Was hat denn das mit realen Elternmorgen zu tun. Babybay, was wollt ihr uns denn da vermitteln?

 

Keine Mutter auf dieser Welt, wacht morgens mit frisch gebürsteten Haaren, geschminkt und gestylt neben ihrem Baby auf und strahlt. Nein! Nein! Und nochmals nein! Das in einer Werbung so darzustellen ist genauso blöd und unsinnig wie dutzende Instamoms, die vier Wochen nach Entbindung ihren perfekten Body zur Schau stellen. Muss das denn sein? Würden wir uns nicht alle ein bisschen wohler fühlen, wenn Werbung für Kinder- und Elternprodukte ein bisschen realistischer wäre? Wenn da eine zerknitterte Mama liegen würde, mit verwuschelten Haaren, ungeschminkt. Eine müde Mama, zu kaputt um aufzustehen, dankbar dass sie dank babybay liegen bleiben kann. Ich habe da wirklich viele Ideen und gebe gerne Regieanweisung.

 

Und was die anderen Müttermodels auf eurer Homepage betrifft: Sie sehen aus wie Cinderella, tragen beim Schlafen Lidschatten, roten Lippenstift, Wimperntusche, sprich die ganze Palette an Make up. Das ist doch Mist! Und völlig am Leben vorbei.

 

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