Lagerkoller

Ich habe einen Lagerkoller. Aber was für einen! Seit Wochen tummeln wir uns überwiegend zuhause, und mir fällt sowas von die Decke auf den Kopf, dass es schon weh tut.

 

Die Kinder sind einerseits zu angeschlagen, um sich an der frischen Lust zu vergnügen oder ausdauernd miteinander zu spielen und andererseits zu fit, um den ganzen Tag im Bett zu liegen. Über diese Phase sind wir schon hinweg. Zum Glück.

 

Trotzdem ist der Zustand des langsamen Genesens echt anstrengend und kräftezerrend. Sie folgen mir den ganzen Tag auf Schritt und Tritt, wollen bei jedem Essen auf meinem Schoß sitzen, aber berühren soll man sie dabei nicht (!). Wenn ich den Raum verlasse, fragen sie postwendend, wo ich „bitteschön“ hingehe, gefolgt von einem herzzerreissenden „Mamiiii?,Maaaamiiiii?“.

 

Ich fühle mich, als wäre ich mit den Kindern eins geworden. Ich bin aber gerne „nur“ ich und nicht Mama, Olivia und Moritz in einer Person. „Nur ich“ ist manchmal ja schon anstrengend genug.

 

Außerdem gehen mir so langsam die Ideen aus. Und ich bin sowieso kein Fan der Dauerbespaßung. Das mal nur am Rande. Also habe ich heute einen Versuch gestartet, mich selbst lang gemacht und auf dem Sofa ausgebreitet. Mit Tee, Buch und Kuscheldecke. Und wisst ihr was? Die Kinder auch. Beide haben sich ihre Bücher genommen, geblättert und dazu erzählt (Olivia) oder im Stillen gelesen (Moritz). Das war so entspannend und schön, dass mir glatt die Augen zugefallen sind. Ein Minutentraum von der schönen Partnachklamm in Garmisch. Mit Eiszapfen, rauschendem Gebirgswasser und eisigen Trampelpfaden. Wenigstens konnte ich so den Lagerkoller für ein paar Minuten hinter mir lassen.

 

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