Partyalarm!

 

Kindergeburtstage sind toll für die Kinder und meistens mega anstrengend für die Eltern. Seit dem vierten Geburtstag unseres Großen bin ich zudem leicht traumatisiert.

 

Da gab es zum Beispiel diesen Jungen, der wie ein Süßigkeiten-Junkie durch die Wohnung rannte und schrie: „Wann gibt es Kucheeeeen? Kucheeeeen will ich! Und Süßes. Ich will nur Süßes!Niemals Würstchen!“

 

Dieses Kind war so dermaßen besessen, dass es beherzt in die Tüten der anderen Kinder griff und deren Süßigkeiten auch noch in sich reinstopfte. Die heulten, weil beraubt; er schrie, weil er mehr wollte.

 

Oder das kleine Mädchen mit den hübschen Kleidern, das eigentlich nur rumnörgelte. Das Essen war nicht gut, die Getränke nicht süß genug, die Spiele zu wild, T-Shirt bemalen zu schwer, Schatz ausgraben zu schmutzig... Irgendwann schnappte ich mir diese griesgrämige Gestalt und setzte sie mit CD und Malblock ins Schlafzimmer. Das war dann gut.

 

So wie die letzten Feste der Kinder eigentlich auch. Obwohl ich finde, dass die Erwartungen der Kids an so eine Party schon ganz ordentlich sind. Ein Motto ist ja fast ein Muss, die guten alten Kinderspiele jedoch nahezu verpönt.

 

Was Eltern heute ihren Kindern alles ermöglichen, begriff ich erst nach der fünften oder sechsten Einladung. Es kommen Clowns, Indianer, Puppenspieler; man lässt Geburtstage professionell organisieren, mit Programm, Schminkaktionen, Ponyreiten. Bloß kein Leerlauf, sonst langweilen sich die Kinder. 

 

Als unsere Tochter auf die Welt kam, dachten wir aufgrund des Zeitmangels auch einen kurzen Moment darüber nach, einen fremden Menschen zu „buchen“, der dann ganz professionell den fünften Kindergeburtstag ausrichtet. Wie gesagt, nur einen kurzen Moment. Ist doch irgendwie auch irre, oder?

 

Also halten wir es weiter traditionell. Wir basteln Einladungskarten, die vor allem bunt sind, aber nie perfekt. Wir backen einfache Kuchen mit Zuckerperlen, Glitzer und Smarties. Wir spielen Reise nach Jerusalem, Topfschlagen und Brezelschnappen und haben natürlich auch die ein oder andere Überraschung in petto.

 

Zugegeben: Je älter die Kinder, desto größer sind die Ansprüche an die Spiele und umso schneller kommt Langeweile auf. Manchmal läuft so ein Geburtstag auch völlig aus dem Ruder. Das sind dann für die Kinder meistens die besten Partys.

 

Hier unsere Geburtstagscheckliste für entspannte Kindergeburtstage:

 

Gästeanzahl festlegen

Bei uns gilt: Alter des Kindes plus minus eins.

 

Einladungen

Ob gebastelt oder gekauft: Macht euch keinen Druck, auch wenn manche Eltern wirklich atemberaubende Kunstwerke abliefern: Den Kindern ist das völlig schnurz. Hauptsache eingeladen. Wir verteilen unsere immer zwei Wochen vor dem großen Tag mit der Bitte um Rückantwort.

 

Spiele

Gemeinsam aussuchen und Ideen finden. Ich hatte immer die Vorstellung, dass es besonders schön ist, wenn man von den Eltern mit Spielen überrascht wird. Unsere Kinder haben mich eines Besseren belehrt: es ist noch schöner, gemeinsam welche auszusuchen und den eigenen Geburtstag mit zu planen.

 

Dekoration

Bei uns definitiv ein Highlight und steigert die Vorfreude ins Unermessliche. Meistens habe ich eine völlig andere Vorstellung von gelungener Dekoration. Aber es ist ja nicht mein Fest, und die Kinder wollen es bunt und knallig.

 

Geschwisterkinder

Können sie schon aktiv am Geburtstag teilnehmen oder ist der Altersunterschied zu groß? Dann macht es vielleicht Sinn, sich Unterstützung zu holen.

 

In der Kürze liegt die Würze

Unsere Erfahrung ist: zwei bis drei Stunden reichen. Länger sollte die Party nicht dauern. Die Kinder sind meistens nach zwei Stunden schon gut müde und die Nerven der Eltern auf die Probe gestellt.

 

Cool bleiben

Zeigen Geburtstagskind und Gäste null Interesse an angebotenen Ideen und wollen lieber frei Spielen? Um so besser! Zeit für ein Käffchen! Jetzt ist der Moment gekommen, sich entspannt aufs Sofa zu setzen und sich als Eltern zu feiern.

 

 

 

 

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