Was Mutti noch zu sagen hätte!

Die Ferien sind rum, die Kinder wieder in Schule und Kindergarten. Der Alltag kehrt ein. Und ich? Ich habe endlich das Wohnzimmer zurück erobert! Daran hatte ich nach drei Wochen Weihnachtsferien schon gar nicht mehr geglaubt. Hier ein Legostein, dort ein großzügig verteiltes Puzzle, Buntstifte überall, nur selten auf dem Tisch, Papierschnipsel, Autos, Murmeln und Kissenchaos auf dem Sofa.

 

Jetzt stehe ich in unserem aufgeräumten Haus, sehe mich um und denke mit einem kleinen schlechten Gewissen an den Trubel der letzten Tage (denn der war irgendwie doch auch schön) und die vielen Sätze, die mir in dieser Zeit über die Lippen gehuscht sind, von denen ich mir tausendprozentig sicher war, dass ich sie niemals sagen würde.

 

Ich bin doch nicht eure Haushälterin.

Bin ich nicht, fühle mich aber manchmal so. Wenn ich zum hundertsten Mal das Skateboard aus der Mitte des Flures räume, die Kleidung (trotz Aufforderung) doch wieder selbst im Schrank verstaue oder die leere Klopapierrolle einfach auf dem Boden landet, dann rutscht mir dann doch ab und an mal dieser Satz raus.

 

Wer war hier zuletzt auf Toilette? Gefolgt von: Hast du dir die Hände gewaschen?

Ich frage mich ernsthaft: Ist das Betätigen der Klospülung so schwer? So langsam müsste das doch ein automatisierter Vorgang sein, oder? Und Händewaschen. Ja, hält auf, aber das ist doch nur eine Minute.

 

Ich sage es jetzt zum allerletzten Mal.

Ja und dann? Das weiß ich meistens selber nicht. Aber ich habe schon etwas Bammel vor dem Tag, an dem die Kinder fragen: Und dann?

 

Nein, ich möchte keine Kissenschlacht auf dem Sofa. Ich möchte einfach hier sitzen.

Zwei Kinderzimmer, einen Dachboden zum Rumtollen. Kissen überall und trotzdem muss es immer das Sofa sein, das in ein Schlachtfeld verwandelt wird. Kissenschlacht. Ja, ab und an gerne, aber doch nicht immer. Und schon gar nicht, wenn ich einfach mal gemütlich auf dem Sofa sitzen will.

 

Ist mir egal, was die anderen dürfen.

Pädagogisch sicher nicht wertvoll, aber meistens meine ich es wirklich so.

 

Nicht gleich – sofort!

Das Kind kommt heim, reißt sich die Klamotten vom Leib, wirft die Schuhe unkontrolliert durch den Flur, rennt erstmal zur Toilette und geht dann seelenruhig spielen. Zurück bleiben ein Klamottenhaufen und eine Haustür, die ohne Hindernislauf nicht mehr zu erreichen ist. Aufräumen! Nicht gleich – sofort!

 

Eigentlich sind das Sätze, die ich nie sagen wollte! Was rutscht euch gelegentlich raus? 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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