ICH

Die Ferien sind rum, und ihr fühlt euch alles andere als erholt? Woran liegt's? Ich glaube, ich habe für mich eine Antwort gefunden.

 

Jeder kennt diese regnerischen Tage, an denen die Kinder spätestens gegen Mittag, von gähnender Langeweile geplagt, am Rockzipfel hängen und ständig fragen: Was machen wir denn jetzt? Mir ist so langweilig.

 

Gestern war auch wieder so ein Tag. Blick aus dem Fenster, Regen entdeckt, ab 8.00 Uhr morgens Geschwistertwist, Langeweile, gereizte Stimmung. Also habe ich mit den Kindern eine Leinwand bemalt. Stundenlang. Und sie hatten Freude dabei. Das war schön, keine Frage. Doch um ehrlich zu sein, war mir eher nach Decke, Sofa, Buch. Wenigstens für eine halbe Stunde. Als ich dann abends im Bett lag, habe ich mich gefragt: Warum hast du das denn nicht gesagt? Warum habe ich schlechte Laune bekommen, statt einfach zu sagen, dass ich jetzt lieber eine halbe Stunde lesen möchte? Mit einem Tee und einer warmen Decke. Vielleicht hätte es nicht geklappt oder sie hätten genölt, sich dann aber möglicherweise doch darauf eingelassen.

 

Plötzlich fiel mir auf, dass ich ganz oft nicht sage, was ich lieber tun würde. Aus Rücksicht? Dem Umstand geschuldet, dass ich immer möchte, dass es den Kindern gut geht? Habe ich es verlernt zu sagen, was meine Bedürfnisse sind? Wie empfinden mich meine Kinder, wenn ich häufig gar nicht sage, was ich eigentlich möchte? Bin ich dann nur eine Hülle ohne Inhalt?

 

Fakt ist: Ich weiß gar nicht, warum ich so häufig mein ICH verstecke oder besser unterdrücke. Aber damit sollte ich aufhören. Sonst gibt es MICH wirklich eines Tages nicht mehr.

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