Herbst mit Sommer

Eigentlich mag ich den Herbst. Ich mag Übergangsjacken, Schals, Stiefeletten, den warmen Tee, nach einem erfrischenden Spaziergang, Kaminfeuer. Dumm nur, dass meine Kinder, zumindest was die Vorliebe an Kleidung anbelangt, ganzjährig Hochsommer fühlen und daher auch leben möchten.

 

Jeden Morgen dieselbe Diskussion.

 

Mittlerweile einseitig geführt, weil ich einfach nicht mehr darauf eingehe. Es hat neun Grad und das große Kind steht mit kurzer Hose und T-Shirt vor mir, das Kleine mit einem Tüllrock und Unterhemd.

 

Also sage ich wie jeden Morgen: „Ach Mäuse bitte: zieht euch das an, was wir gestern Abend gemeinsam rausgesucht haben.“ Den Satz kaum ausgesprochen, fängt die Kleine an, theatralisch zu weinen und der Große flucht irgendetwas mit „scheissblödarschigepippi lange Hose“.

 

Es wird gemotzt, immer wieder der Versuch unternommen, eine Diskussion anzufangen. „Will ich aber nicht“, von links. „Das ist doch sowas von saublöd; immer die langen Klamotten“, von rechts.

 

Ich versuche, es locker zu sehen. Bei mir war das nicht anders. Unterhosen, das waren meine Feinde. Ich habe sie gezogen, zerschnitten, manchmal auch zerrissen und oft gar nicht erst angezogen. Die Konsequenzen waren mir egal. Ich hasste diese Dinger. So wie meine Kinder warme Kleidung.

 

Klar muss ich mich bei diesem Thema durchsetzen, wenn ich nicht jede Woche ein krankes Kind zu Hause haben möchte. Aber eigentlich mag ich das gar nicht. Es verdirbt den Start in den Tag und der soll doch für alle möglichst stressfrei sein.

 

Deshalb meine Frage an euch: Kennt ihr das auch? Habt ihr einen Rat, wie wir Herbst und Winter ohne die allmorgendlichen Dramen meistern können? Wie ist die Klamottensituation bei euch zu Hause?

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Jana (Mittwoch, 13 September 2017 13:33)

    Sommerklamotten in eine Kiste packen und nur die Übergangskleidung im Schrank lassen. Aber Gemotze wird es trotzdem geben, es sind Kinder. Keine Mama ohne motzige Kinder die Kleidung betreffend�

  • #2

    Christina (Samstag, 16 September 2017)

    Lass die Kinder einfach mal so rausgehen. Mein Kleiner geht auch mal ohne Schuhe raus. Merkt dann aber schnell, dass es doch bissl kalt an die Füße ist. Jacken nehme ich oft unterm Arm mit raus, weil es den Kids drinnen natürlich warm genug ist und sie erst im hier und jetzt, also draußen vor der Tür, das Bedürfnis verspüren warm eingepackt zu sein. Ich denke, Kinder fühlen nicht zukunftsorientiert ihre Bedürfnisse, sondern gegenwärtig.

  • #3

    mutti (Samstag, 16 September 2017 08:09)

    Da ist wohl was Wahres dran Jana. Aber ich werde Deinen Tipp mal versuchen, Christina. Jacke in den Schulranzen und beim Rest Abwarten was passiert. Und auf jeden Fall genug Zeit einplanen, falls die Erkenntnis durchschlägt. ;-)