Hausfrau oder Hausmann gesucht

Immer wieder liest man so schön praktikable Texte zum Thema 'Vereinbarkeit von Familie und Beruf '. Es gibt Stimmen die sagen, „geht“ oder „geht nicht“. Ich kenne Eltern, die aufgrund des Spagats zwischen Familie und Beruf schier am verzweifeln sind und ich kenne Paare, die diesen Alltag mit Leichtigkeit abfeiern. Bei uns Zuhause würde ich sagen, hält es sich die Waage. Die Wintermonate sind hart: Hochsaison in der Firma meines Mannes, ständig ist irgendeiner Krank, grau in grau draussen wie drinnen. Der Sommer läuft dafür umso besser. Nie stressfrei, das ist klar. Aber deutlich entspannter. Die Kids sind zufrieden und so gut wie nie krank, alles ist ruhiger im Ablauf, die Kunden sind ebenfalls entspannter. Ein schönes Arbeiten.

 

Dennoch gab und gibt es immer wieder Momente, in denen ich mir denke: Eine Entscheidung muss her. Kind oder Karriere! Beides ist nicht drin. Zumindest nicht, so lange die Kinder noch klein sind und was genau dann klein ist, ist auch wieder Auslegungssache.

 

Wenn sich auf meinem Schreibtisch wieder allerhand Stapel türmen, das Haus aus jeder Ecke brüllt „putz mich“, der Kühlschrank leer ist und die Kinder noch dazu krank, bin ich jedes mal kurz davor zu sagen: Stopp, nein, ich werde wieder Hausfrau. Andererseits liebe meinem Beruf, das Kennenlernen unterschiedlichster Menschen und Themen. Ich weiß genau, dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem die Nachmittage mit Kumpels tausend Mal interessanter sind, als die mit Mama. Und was mache ich dann? Was ist, wenn ich realisiere: Die Kinder brauchen mich zwar noch, aber eben nicht in aufopfernder Weise, wie das vielleicht jetzt noch der Fall ist?

 

Als Kind einer alleinerziehenden Mama kommen bei mir natürlich noch ganz andere Themen in den Kopf: Lebensunterhalt sichern, falls die Partnerschaft in die Brüche geht. „Du musst immer für Dich und Deine Kinder sorgen können“, pflegte meine Mutter immer zu sagen. Das bleibt natürlich hängen.

 

Aber vielleicht gibt es unter euch eine Hausfrau, die sich ganz bewusst dafür entschieden hat, nur für die Familie da zu sein und Lust hat uns davon zu erzählen. 

 

 

 

 

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