Aus Papa's Sicht!

Ich finde: wenn es um Eltern-Kind-Themen geht, sind es meist die Mütter, die über ihre Erfahrungen in punkto Eltern sein berichten. Mir ist auch aufgefallen, dass ich meinen Mann auch noch nicht so recht gefragt habe, wie es ihm in dem ganzen Familientrubel so geht. Ein Interview mit Zweifachpapa Ollie!

 

Oftmals fühlen sich Papas neben dem Neugeborenen irgendwie ins Abseits gedrängt. Wie ging es Dir eigentlich damit? Und hast Du einen Tipp für alle Papas, die sich wie das fünfte Rad am Wagen fühlen?

Ich habe mich eigentlich nie als fünftes Rad am Wagen gefühlt. Ich sehe das recht rational. Es gibt – vor allem in der ersten Zeit – ein spezielles Band zwischen Mama und Kind, das spürt man richtig. Von daher ist wohl der beste Tipp, sich selber nicht so wichtig nehmen, auch wenn es schwer fällt. Es ist schön, den Bund zwischen Mama und Kind zu sehen. Und man unterstützt eben auf andere Art und Weise. Einfach fragen, ob und was man helfen kann.

 

Was ist das Schönste am Papasein?

Na Kinder zu haben. Ich wollte schon immer eine Familie. Es ist schön, sich in den Kindern wieder zu entdecken. Aber auch zu sehen, dass sich ganz eigene Charaktere entwickeln.

Und es ist toll, wenn ich es schaffe, die Entschleunigung durch die Kinder anzunehmen, oder den Spaß an einfachen Dingen. Aber ich muss gestehen, dass man dazu auch abschalten können muss, und das fällt mir nicht unbedingt leicht.


Was kannst Du gar nicht leiden?

Wenn Kinder - aus der Sicht von Erwachsenen grundlos - rumnölen. Aber oft hat es ja dann doch seine Berechtigung, und man ist selbst zu engstirnig, das zu begreifen.

Und schlimm sind die Schubphasen, in denen die Kids meinen, der Tag startet um 4:30 Uhr. Das stecke ich einfach nicht gut weg.

 

Was vermisst Du aus kinderlosen Zeiten? 

Ausschlafen. Einfach in den Tag hineinmümmeln. Der eigenen Faulheit nachzugeben und Hobbys nachzugehen, wann immer man möchte.

 

Man sagt: „Kinder sind der Spiegel deiner selbst“. Was siehst du darin?

Dass ich ziemlich oft fluche und wohl beim Schimpfen ziemlich streng schaue.

 

Die Papas von heute bringen sich heutzutage wesentlich mehr ins Familienleben ein als zu unseren Kinderzeiten. Trotzdem sieht man relativ wenig Väter auf Spielplätzen herumlungern. Fühlst Du dich da manchmal als Exot.

Nein, denn ich mag untertags ab und an mal ne Stunde auf dem Spielplatz sein, aber ein Exot bin ich bestimmt nicht. Ich glaube, dass es mehr Väter gibt, die sich mehr einbringen. Vor allem hier auf dem Land habe ich den Eindruck, dass viele Väter mehr Zeit für die Kinder haben.

 

Kannst Du einen wesentlichen Unterschied zwischen deiner Rolle als Papa und der Rolle Deiner Frau als Mama feststellen?

Ja, einen gewaltigen. Mama ist die Nummer eins für die Familie. Ohne sie läuft nichts. Mama hat wirklich extrem selten frei. Die Kinder akzeptieren es viel schneller, wenn ich versuche, mir meinen Freiraum zu schaffen. 

Wenn man so will ist Mama das Herz der Familie, und auch der Mülleimer, weil wirklich jeder die Sorgen bei ihr ablädt. Ich bewundere meine Frau dafür, wie sie es schafft, immer wieder für andere da zu sein, so viel von sich hinten anzustellen, damit wir es als Familie schön haben. Papa ist auch da, aber eben anders.

 

Welchen Wunsch hast Du für die Zukunft Deiner eigenen Kinder?

Dass sie gesund bleiben und für sich einen Weg im Leben finden, der sie glücklich macht.

 

 

 

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