Hallo Ich!

Wenn Mamas sich nach der ersten anstrengenden Babyzeit wieder entdecken.

 

Meine letzte Schwangerschaft ist jetzt etwa drei Jahre her, und so langsam spüre ich, wie ich wieder mehr ICH werde. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, drehe ich die Musik laut auf, räume den Frühstückstisch meist tanzend auf, bevor ich mich dann in meine Kreativwerkstatt begebe. Ich mache wieder regelmäßig Sport und setze öfter mal Oma und Opa ein, wenn ein Artikel noch nicht sitzt. Auch wenn ich mit den Kindern zusammen bin, äußere ich immer konkreter meine Bedürfnisse. Und wenn es nur um das Trinken eines (heißen!) Cappuccinos geht!

 

Das ist gut! Doch irgendwie gibt es ja bei allem die berühmte eine Kehrseite. So auch bei meinen durchaus beachtlichen Fortschritten, wenn es um die Behauptung meiner Selbst geht.

Die Schattenseite ist nämlich die: Mit all der gewonnenen Freiheit treten plötzlich Fragen zu Tage, die ich mir ohne Kinder nur im Suff und seit den Kindern allerhöchstens zwischen hinlegen und einschlafen stellte. Bin ich eigentlich noch dieselbe, wie zu kinderlosen Zeiten? Was ist mit meinen Hobbys? Habe ich überhaupt noch welche? Was kann ich eigentlich noch so richtig gut?!?

 

Ich habe mich daher gefragt, wie andere Mamas das empfinden. Wie sie sich gefühlt haben, als sie realisiert haben, dass es sie auch noch gibt?

 

Drei wunderbare Mamas, die unterschiedlicher in ihren Lebensweisen nicht sein könnten, haben geantwortet und berichten, wie sie die wiedergewonnene freie Zeit empfinden und nutzen.

 

Mama-Steckbrief

Name: Tina

Kinder: ein Sohn (*2014)

Beruf: Grafik-Designerin

 

Im ersten Jahr hatte ich kaum das Bedürfnis etwas für mich machen zu müssen. Ich wollte einfach mein Baby gerne bei mir haben, ihm die Welt zeigen, das ein oder andere Angebot wie Pekip und Babyschwimmen wahrnehmen.

 

Bis mein Sohn mit einem Jahr in die Kita gehen sollte, konnte ich mir kaum vorstellen wieder zu arbeiten. Doch zugegeben, am zweiten Arbeitstag überwog definitiv die Freude wieder meinen alten Job zu machen und damit ein paar Stunden am Tag nur für mich zu haben. Ich war so happy!

 

Mit dem Tag kam auch vermehrt das Gefühl in mir auf, wieder mehr für mich machen zu müssen. Neben meinem Job, der mich kreativ fordert, wollte ich auch wieder meinen Sport ausüben. Allerdings nicht mehr so intensiv und anspruchsvoll wie vor meinem Mama-Dasein. Da packt mich einfach mein Verantwortungsbewusstsein.

 

Dank einer vier-Tage-Woche genieße ich meinen freien Mama-Freitag in vollen Zügen und widme mich ganz meinen Interessen – zumindest meistens.“

 

 

Mama-Steckbrief

Name: Jule

Kinder: eine Tochter (*2014)

Beruf: Public Relations

 

Nach dem Stillen hatte ich so große Lust auf Ausgehen und sich in Ruhe mit Freunden unterhalten! Das tat so gut. Und auch einfach in Ruhe lesen, nähen, ins Yoga gehen..

 

Das waren und sind noch die ersten Bedürfnisse, denen ich Zeit gegeben habe und die mir auch jetzt noch sehr wichtig sind. Es lässt sich nicht immer in den Alltag integrieren, aber wenn es zeitlich passt, tut es einfach wahnsinnig gut.

 

Auch das Reisen in andere Städte, finde ich immer noch sehr inspirierend. Ich spüre dann eine große Lust auf neue Themen, auf Input, ob kulturell oder auch mal geschichtlich.

 

Es gab zwar den Moment, in dem ich dachte, kaum mehr Interessen zu haben. Aber das stimmt gar nicht. Oft fehlt nur Zeit für die Entwicklung von Ideen oder auch die Muse sich damit auseinanderzusetzen. Zeit ist da immer ein ganz entscheidender Faktor.“

 

 

Mama-Steckbrief

Name: Ines

Kinder: eine Tochter (*2015)

Beruf: Trainerin & Coach

 

Meine Freiheit war mir schon immer wichtig. Ich glaube nicht zuletzt deshalb habe ich Theresa (erst) mit 34 bekommen.

 

Auch mit ihr sollte sich für mich (und auch meinen Partner) möglichst wenig ändern. Ich weiß, ein ziemlich egoistischer Gedanke. Ich wollte weiterhin arbeiten, Sport machen etc..

 

Ob das geklappt hat? Ja und nein. Theresa hat unser Leben grundsätzlich zum Positiven verändert. Aufgegeben habe ich mich und meine Bedürfnisse nie komplett, auch wenn sich Freizeit nicht mehr durch Ausschlafen und entspannt ein Buch lesen äußert.

 

Ich habe zudem dank unserer Tochter ganz neue Seiten an mir entdeckt. So weiß ich beispielsweise inzwischen, wie sauer ich tatsächlich werden kann und wie sich Erschöpfung anfühlt – auch eine Erfahrung, mal die eigenen Grenzen kennenzulernen.

 

Positiv ist: Ich habe dank ihr und meiner damit verbundenen Arbeitsunterbrechung (Elternzeit) den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Mit Kind gar nicht so leicht – besonders weil ich für meine Aufträge reisen muss. Meine Selbstständigkeit verschafft mir jedoch viel Entwicklungspotenzial für mich als Persönlichkeit. Ich kann neue Dinge ausprobieren, und sie bietet mir manchmal sogar etwas mehr zeitliche Flexibilität – auch wenn ich gefühlt mehr arbeite als während meiner Zeit als Angestellte.“


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