von eiern, brüten und dicken bäuchen

ich starte den morgen mit einer doch sehr elementaren frage von seiten des sohnemannes: „mama, wie hast du mich eigentlich ausgebrütet, oder?“ da ist sie also, die von vielen eltern so gefürchtete „wo komme ich eigentlich her, und wie habt ihr mich gemacht“-thematik.

 

ich wische mir den schlaf aus den augen, will gerade rede und antwort stehen, da werde ich auch schon wieder unterbrochen: „habt ihr mich eigentlich in der fabrik gebaut?“ oha, denke ich. da ist also doch mehr erklärungsbedarf nötig. zum glück habe ich vorgesorgt und bereits vergangene woche ein wunderbares, kindgerechtes buch ergattert, das auch dreijährigen den fortpflanzungs- und entstehungsprozess von babys verständlich erklärt.

 

also beginne ich mit dem unterschied der organe bei mädchen und jungen. als moritz aber gelangweilt gähnt und völlig genervt sagt, er wisse genau, dass männer einen penis haben und frauen eine scheide, weiß ich wiederum genau, dass ich mindestens zwei seiten überblättern kann. das kapitel „miteinander schlafen“ erzeugt akrobatisches stirnrunzeln und die bitte, mal dabei sein zu dürfen, wenn der „papa den pippimann in die mama steckt“ auch. mit der tatsache dass eltern bei dieser sache alleine sein wollen, stoße ich indes auf totales unverständnis. moritz kommentiert es in etwa so: „mama, ihr seid echt komisch.“

 

seite vier und fünf sind dann schon spannender. abgehetzt dreinblickende männliche samenzellen versuchen die eizelle der frau zu erreichen. ein wettrennen, bei dem nur der schnellste gewinnt, wie ich moritz erkläre, mit dem ergebnis, dass moritz zum kampf aufruft und lauthals die spermien anfeuert: „schneller, schneller. komm, du musst da auch noch rein.“

 

ob er die folgenden seiten über das wachsen eines babys im bauch, bis hin zum „fertigen“ baby im bettchen wirklich verstanden hat, weiß ich nicht. als ich ihn aber vorhin in den kindergarten gebracht habe, hat moritz ganz eifrig alte verrunzelte kirschen mit stiel gesammelt. als er mir zwei volle hände davon überreichte, fragte ich ihn: „moritz, was willst du denn mit den alten kirschen machen.“ prompt wurde ich eines besseren belehrt: „das sind keine kirschen, mama, sondern spermien. die sammel ich jetzt für euch. dann könnt ihr alleine sein und endlich ein geschwisterchen produzieren.“ na dann!

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Isabel (Donnerstag, 26 September 2013 13:41)

    Großartige Geschichte;)!