kind+kind=kacka²

heute haben wir damenbesuch. das ist ganz neu für uns, denn bislang zählte moritz nur jungs zu seinen freunden. auf meine frage, warum er denn keine mädchen zum spielen einlade, antwortete mein knirps bis dato : „brauch ich nicht. ich hab doch dich als mädchen. das reicht.“ seit ein paar wochen reicht das, oder besser ich, nun nicht mehr. moritz hat jetzt eine freundin.

 

überschwänglich werde ich von moritz und seiner neuen freundin begrüßt. ich bekomme sogar küsse: auf die wangen, die stirn und die brillengläser. zudem werde ich mehr als reichlich beschenkt. in so einem waldkindergarten empfinden kinder alles, was nicht mit flora und fauna zu tun hat, als elementares spielzeug: alte feuerzeuge, korken, glasscherben, flaschenetiketten… die liste ist lang. der kofferraum voll von all den tollen präsenten, die ich beim täglichen abholen erhalte.

nach einem ausgedehnten begrüßungsritual und vielen aufgeregten geschichten über das erlebte, empfehle ich den aufbruch zum auto. das betreuungskind nickt, meines auch – na geht doch, denke ich. etwas vorschnell, denn schon beginnt sie; zunächst leise, dann laut, lauter am lautesten: die „kacka“-zeit.

 

im auto trällert mein kind einem opernsänger gleich: „ich kacka auf dich drauf.“ gefolgt von: „du alte kacka-frau“ und „schau mal, ein kacka.“ lautstarkes gekicher, gegacker und regelrechte lachanfälle von seiten des betreuungskindes. was wiederum meinen herzallerliebsten zu noch mehr „kacka“ animiert. ach was ist das leben herrlich einfach, wenn man drei ist. schön. ich gucke in den rückspiegel und es „kackert“ nur vor sich hin. „kacka“ in allen varianten: du kacka, du; kackala, kacka-auto, blumenkacka, hundekacka… dann die wichtige frage vom betreuungskind: „ist das jetzt euer kacka-haus?“

 

beim mittagessen werde ich von meinem betreuungskind darüber aufgeklärt, dass sie und moritz nun jonas heißen. „ja, mama.“, stimmt sohnemann zu und untermauert: „das gefällt mir immer so, wenn wir jonas heißen; und du mama, du bist jetzt die alte frau.“ es sei euch vergönnt und ganz unrecht hat er ja nicht, also spiele ich mit und serviere gebückt und so tattrig wie es nur irgendwie geht, die gewünschten nudeln – natürlich ohne soße. denn die „geht gar nicht“. dann der erneute „kacka“-ausruf: „ich kacka dich. du bist ja ein echter kacka. ehrlich wahr.“ dreißig minuten lang werden im wechsel trockene nudeln in den mund hineingestopft und „kacka“-worte rausgeschleudert. ich beobachte das schauspiel, ertappe mich beim freuen darüber, dass beide kinder sich so toll verstehen und beende das mittagessen mit: „so ihr pippi’s, dann spielen wir jetzt eine runde kacka.“ moritz guckt mich völlig entsetzt an und belehrt: „kacka spielen? hey, das geht doch nicht. und wir sind auch keine pippi’s, oder?“

Kommentar schreiben

Kommentare: 0