Spielplätze sind nicht mein Ding

Spielplätze sind nicht mein Ding. Auch wenn ich wirklich gerne – mit Stolz und voller Begeisterung – zugucke, wie unser Sohnemann klettert, rutscht, hüpft und all das macht, was Kindern mit drei Jahren eben auf einem Spielplatz einfällt. Dennoch: Ich mag sie nicht. Nein, eigentlich sind es manche Eltern, die dem Spielplatz eine ganz unangenehme Note geben.

 

Neulich im Sandkasten: John-Luca aus der Nummer 3 baut froh und vergnügt eine Ritterburg im Sand. Er will alleine bauen, „leine bauen“ und irgendwie versteh ich ihn. So viel Präzision und Hingabe traut er eben keinem anderen Kind zu. Ist ja auch kein Drama.

 

Gretemäus’chen aus der Nummer 4 lässt aber nicht locker und brüllt in regelmäßigen Abständen „mit“, „auch bauen“ und „auch mit“ in John-Luca’s Ohr. Dann versucht auch noch Gretes Mama ihr Bestes in Sachen Überzeugungsarbeit (mein Gedanke: Mensch lasst doch den Jungen mal in Ruhe bauen). Doch der hochkonzentrierte John-Luca hat nur Zeit für ein rauhes „pssst“. Offensichtlich ist Grete die Bedeutung von „pssst“ nicht bekannt, also macht sie weiterhin lautstark auf sich und ihren Wunsch, sich am Bauwerk zu beteiligen, aufmerksam. So auch Gretes Mama.

Bis – und jetzt kommts – John-Luca beherzt zur großen Schaufel greift und Gretemäus’chens Organ mit einer Ladung Schüttsand über das perfekte Haar, verstummen lässt.

 

Zugegeben: Ich hätte nicht lachen sollen. Denn das war letztlich der Auslöser für den emotionalen Ausbruch von Gretemäus’chens Mama.  Aber ich konnte diesen kleinen Kerl so gut verstehen. Immer und immer wieder, machte er seine Position deutlich und dann hat's hoid irgendwann amoi glangt (so sagt man das auf bayrisch).

 

"Natürlich darf man nicht mit Sand werfen“, versuche ich noch zu beschwichtigen. „Aber Hand aufs Herz: Ein bisschen verstehen können sie John-Luca doch auch, oder?“

 

Nein, das konnte Gretes Mama nicht. Sie schimpfte schrill, mit so einem hysterischen Unterton, der anzeigte, dass sie augenblicklich den Spielplatz verlassen wird: „Ich weiß ja nicht welchem Stall sie entlaufen sind, aber ich hoffe ihr Bauer holt sie bald wieder zurück. Und ihre Brut gleich mit.“

 

Meine „Brut“ hatte zwar von John-Lucas und Gretes Zankerei nichts mitbekommen, ich konnte es mir aber nicht verkneifen zu rufen: „Komm Kälbchen, unser Bauer wartet im stall.“ Und erstaunlicherweise kam mein Sohnemann sofort um die Ecke gerannt. Mit raushängender Zunge, eisverschmierter Schnute und einem dröhnenden „muuuuuhh, ich bin eine kuh“.

 

Danke, Moritz!

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Kommentare: 1
  • #1

    miri (Samstag, 11 Mai 2013 09:50)

    Sehr witzig geschrieben, wir haben sie beim Frühstück gelesen und gelacht. Übrigens die Mützen sind super, werde bestimmt eine bestellen. Liebe grüße von miri und den Männern